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(PM 18/2017) Nachverdichtung mit wissenschaftlicher Begleitung

Berlin, September 2017 (PRG) – Charakteristisch für Zeilensiedlungen der 1920er-Jahre sind großzügige Freiflächen vor und hinter den Wohngebäuden. In Zeiten der Hyperinflation dienten sie als Nutzgärten zur Selbstversorgung. Durch Nachverdichtung dieser heute brach liegenden Flächen ist es möglich, modernen Wohnraum kostengünstig in bestehenden Siedlungsstrukturen zu schaffen. Exemplarisch wird dies in der ehemaligen Arbeitersiedlung Frankfurt-Riederwald realisiert – exemplarisch im doppelten Sinn: Die 16 Reihenhäuser der beiden neuen Gebäudezeilen wurden im Rahmen eines Forschungsprojekts mit verschiedenen Wandkonstruktionen und Energiestandards errichtet. Ziel ist es, neben der Schaffung bezahlbaren Wohnraums Erkenntnisse zum nachhaltigen Bauen und zur Bewertung von Gebäuden zu gewinnen. Unter anderem kam der perlitverfüllte Poroton-Ziegel T7-P zum Einsatz, der für die Errichtung monolithischer Konstruktionen im Einfamilienhaussektor entwickelt wurde.

Bauherr ist die ABG FRANKFURT HOLDING, welche bereits im Besitz der umliegenden älteren Siedlungsbauten ist. Das Institut für Stadtbaukunst der Technischen Universität Dortmund begleitet das Projekt wissenschaftlich. Acht Reihenhäuser sind als Passivhäuser errichtet, die anderen acht im KfW-70-Standard ausgeführt. Aufgrund ihrer nahezu gleichen Südausrichtung sind alle Häuser energetisch miteinander vergleichbar.

Wissenschaftliche Begleitung des Bauprojekts

Bereits im Vorfeld wurden die für den Gebäudebetrieb sowie für Herstellung, Abbruch und Entsorgung erforderlichen Energiemengen berechnet. Sogar die für die Mobilität der Bewohner notwendige Energie findet Berücksichtigung. Über Temperatur- und Feuchtemessfühler in unterschiedlichen Tiefen sämtlicher Wandkonstruktionen wird künftig das bauphysikalische Verhalten der Bauteile in verschiedenen Schichten über das Jahr hinweg im Wohnalltag ermittelt. Dies übernimmt das Institut für Gebäude- und Solartechnik der TU Braunschweig unter der Leitung von Thomas Wilken. Monitoring und Auswertung werden im Herbst 2017 aufgenommen, die notwendigen technischen Voraussetzungen der Mess- und Steuerelemente sind nahezu abgeschlossen. Die Laufzeit der Beobachtung umfasst zwei Jahre.

„Die Bewertung von Gebäuden in einem solch großen Bilanzierungsrahmen ist ein Novum“, sagt Birgit Roth, Leiterin des Instituts für Stadtbaukunst. „Der Bilanzierungsrahmen wird gegenüber den Betrachtungen nach der Energieeinsparverordnung EnEV 2014 auf den Lebenszyklus und die Mobilität erweitert und berücksichtigt auch die Dauerhaftigkeit von Materialien sowie die effiziente Nutzung der Gebäude.“ Das Forscherteam von der TU Dortmund erhofft sich neben neuen Erkenntnissen zum nachhaltigen Bauen auch belastbare Aussagen zur Bewertung von Gebäuden und deren Konstruktionen.

Bewährtes weiterentwickelt

Für die Planung der 16 Reihenhäuser zeichneten Christoph Mäckler Architekten aus Frankfurt verantwortlich. Zwei Prinzipien bestimmten die Planung: Die Architektur sollte sich in Form, Materialität, Farbigkeit und Proportion am vorhandenen Siedlungsbau orientieren und die Gebäude kostengünstig realisiert werden. Die Architektursprache der neuen Zeilen entspricht dem bestehenden Typus und tritt so in einen harmonischen Kontext zur bestehenden Bebauung. Gestaltung, Strukturen, Gliederungen und Materialien wiederholen sich in den einzelnen Reihen und Häusern. Trotz unterschiedlicher Energiestandards und Wandkonstruktionen wirken die Häuser der Zeilen optisch identisch, was auch an der optimalen Bauausführung der Frankfurter f.m.a. bau GmbH liegt, die über große Erfahrung im Mauerwerksbau verfügt, speziell bei der Errichtung von monolithischen Ziegelkonstruktionen.

Nachverdichtung mit hoher Wohnqualität

Dank Minimierung der Bauvolumina und einer intelligenten Aufteilung der räumlichen Ressourcen konnten die Gebäude kostengünstig realisiert und bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Bauherr und Planer entschieden sich gegen eine Unterkellerung der Gebäude. Stattdessen wurden vorhandene Kapazitäten optimal ausgenutzt. So steht den Mietern der abgeschlossene Bereich unter der Massivtreppe im Erdgeschoss als Abstellbereich zur Verfügung. Aufstellplätze für Waschmaschine und Trockner befinden sich im Dachgeschoss, ein Abstellraum auf der Terrasse ist für Gartengeräte oder -mobiliar vorgesehen. Technikräume sind zentral als eingeschossige Bauten am Ende jeder Zeile angeordnet. Von dort führen Versorgungsleitungen unter der Bodenplatte der Reihenhäuser zu jedem einzelnen Haus. Im Bereich der Technikräume befinden sich ebenfalls zentral pro Zeile die Fahrradstellplätze und Müllsammeleinrichtungen. „Nachverdichtung ermöglicht eine enorme Kosten- und Energieeinsparung, da vorhandene Infrastrukturen mitgenutzt und nicht neu geplant werden müssen“, sagt Igor Ksenik. Das gilt insbesondere für den Anschluss von Ver- und Entsorgungsleitungen, denn für die neuen Gebäude konnte die bereits vorhandene Erschließung der Umgebungsbebauung genutzt werden.

Die Wohnqualität der 115 Quadratmeter großen Reihenhäuser ist hoch. Küche und Wohn-Ess-Bereich im Erdgeschoss sind offen gestaltet und bieten Ausblick auf Terrasse und Garten. Zudem verfügt das Erdgeschoss über ein Gäste-WC und einen Technikraum. Im ersten Obergeschoss befinden sich zwei Wohnräume und ein großes Badezimmer. Den Abschluss der Häuser bildet jeweils das Dachgeschoss, welches durch in der Mittelachse stehende Gauben zwei weitere, großzügige und helle Räume bietet. Auf dieser Ebene befindet sich außerdem ein weiterer Technikraum mit Platz für die Lüftungsanlage.

Raumklimatische Eigenschaften entscheidend

Zur wissenschaftlichen Begleitung des Projekts gehören nicht nur die regelmäßigen bauphysikalischen Messungen, sondern auch Befragungen der Bewohner. „Auf diese Ergebnisse bin ich schon sehr gespannt“, sagt Clemens Kuhlemann, Geschäftsführer der Deutschen Poroton. Denn wenn die verschiedenen Wandkonstruktionen denselben energetischen Standard hätten, käme es für die Wohnzufriedenheit der Bewohner entscheidend auf die raumklimatischen Eigenschaften des Baustoffs an. „Hier vertraue ich auf die seit Jahrtausenden bewährten Eigenschaften des Naturbaustoffs Ziegel. Er reguliert sowohl Raumtemperatur als auch -feuchte bestens und sorgt ganzjährig für angenehmes Wohnklima.“


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Weitere Informationen:







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E-Mail: astrid.grosse@pr-grosse.de
Internet: www.pr-grosse.de



Bildunterschrift 1:
16 Reihenhäuser entstanden kostengünstig durch Nachverdichtung in der ehemaligen Arbeitersiedlung Frankfurt-Riederwald. Die Architektur der Neubauten orientiert sich am vorhandenen Siedlungsbau der 1920er-Jahre.

Foto: Christoph Mäckler Architekten / Philipp Kohler

Bildunterschrift 2:
Die Luftaufnahme zeigt, wie die ehemals großzügigen Freiflächen vor und hinter den Bestandszeilen für die Nachverdichtung genutzt wurden. Die bereits vorhandene Infrastruktur half, die Baukosten für die Neubauten insgesamt zu senken und bezahlbaren Wohnraum in der Großstadt Frankfurt zu schaffen.

Foto: Christoph Mäckler Architekten / Barbara Staubach

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Bildunterschrift 3:
Im Rahmen eines Forschungsprojekts ermitteln Forscher der TU Dortmund und der TU Braunschweig über mehrere Heizperioden hinweg das bauphysikalische Verhalten der verschiedenen Wandaufbauten. Ein Teil der Gebäude wurde monolithisch mit dem perlitverfüllten Poroton-Ziegel T7-P in zwei verschiedenen Wandstärken errichtet.

Grafik: Institut für Stadtbaukunst, TU Dortmund

Bildunterschrift 4:
Die Reihenhäuser bieten etwa 115 Quadratmeter zeitgemäßen Wohnkomfort. Gestaltung, Strukturen, Gliederungen und Materialien wiederholen sich in den einzelnen Reihen und Häusern.

Foto: Christoph Mäckler Architekten / Philipp Kohler

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Bildunterschrift 5:
Der Verzicht auf eine Unterkellerung half, Baukosten zu reduzieren. Vorhandene räumliche Ressourcen wurden intelligent genutzt – wie hier die Terrassentrennwand als Aufbewahrung für Gartenutensilien.

Christoph Mäckler Architekten / Philipp Kohler

Bildunterschrift 6:
Trotz kostengünstiger Bauweise sind die Wohnungen hochwertig ausgestattet. Zu den Freisitzen hin verfügen sie über großzügige Verglasungen, die Fußböden in den Wohnräumen sind mit geöltem Eichenstabparkett verlegt.

Christoph Mäckler Architekten / Philipp Kohler

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